Allgemeine Einführung

In unseren Schnupperkursen bekommen die Teilnehmer das notwendige Material vom Verein gestellt. Das genügt, um festzustellen, ob man das Bogenschießen als Sport und Freizeitbeschäftigung in Zukunft weiterbetreiben möchte. Ein Bogen ist aber ein sehr individuelles Gerät, auf das man sich einstellen muss und so stellt sich schon bald der Wunsch ein, einen eigenen Bogen besitzen zu wollen.

 

Hier raten wir von vorschnellen Entscheidungen ab. Ein Anfänger kann noch nicht wissen, welches Material für ihn geeignet ist und ein Fehlgriff z.B. bei einem Einkauf bei einem der vielen online Fachhändler oder gar bei eBay führt schnell zu Frustration.


Dazu kommt, dass das Bogenschießen neben Konzentration auch Kraft erfordert und die Entwicklung der Muskulatur durch hoffentlich viel Übung dazu führt, dass mit der Zeit das Zuggewicht des Bogens schrittweise angepasst werden kann. Die Frustration ist vorprogrammiert, wenn man mit zuviel Selbstvertrauen einen Bogen mit zu großem Zuggewicht kauft und dann schon nach wenigen Schüssen ermüdet.

 

Zum Glück gibt es im Verein erfahrene Bogenschützen, die Dich beraten können und es gibt Bogensportausstatter, bei denen die 1. Ausrüstung wenigstens teilweise erst einmal gemietet werden kann.

 

Materialtipps für Einsteiger

Wir werden immer wieder von Einsteigern darauf angesprochen, welche Grundausstattung ein Anfänger im Bogensport benötigt. Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, weil es von den eigenen Vorlieben, den Ansprüchen und nicht zuletzt vom verfügbaren Budget abhängt. Trotzdem gibt es ein paar Hinweise, die ich geben kann.

Das Bogenschießen, gleich in welcher Variante ist eine anspruchsvolle Sportart, die viel Übung und Ausdauer benötigt. Nicht nur Einsteiger tendieren dazu, persönliche Unzulänglichkeiten durch möglichst hochwertiges und dann in der Regel auch teures Material auszugleichen. Die Enttäuschung ist dann umso größer, wenn man dann mit diesem Material nicht zurechtkommt.

Der Anfang

Im Rahmen unserer Schnupperkurse stellt unser Verein das erforderliche Material. Wenn ihr danach weitermachen möchtet könnt Ihr den Bogen vom Bogensportausrüster leihen. In aller Regel wird der Mietpreis auf den späteren Kaufpreis angerechnet. Allerdings gilt das nur für den Bogen. Alles Zubehör muss gekauft werden.

 

Die folgende Aufstellung behandelt nicht den Bogen, die Sehne, Nockpunkte, Pfeilauflagen usw. Ich gehe davon aus, dass ein Bogen mithilfe fachkundiger Anleitung ausgewählt und entsprechend Euren Bedürfnissen eingestellt wurde. Es geht in diesem Artikel darum, Euch Hinweise zu geben, was Ihr unbedingt braucht, was ganz nützlich sein kann, und was ggf. überflüssig ist.

 

Da sich die Ausstattung bei Langbogen- und Recurve-Schützen in Details unterscheidet, gebe ich in der folgenden Aufstellung entsprechende Hinweise.

Notwendiges Zubehör

Fingerschutz

Recurveschützen verwenden sogenannte Finger-Tabs, die die Zeige-, Mittel- und Ringfinger schützen, also die Finger, mit denen die Sehne gespannt wird. Einfache Tabs bestehen nur aus einem zugeschnitten Stück Leder. Aufwändigere Tabs haben Metallplatten, die den Tab stabilisieren und Ankerplatten für einen definierten Ankerpunkt.

Ich empfehle einfache Tabs mit einem Fingertrenner zu verwenden. Der sorgt u.a. dafür, dass die Finger gespreizt werden und somit die Nocke nicht eingeklemmt wird. Einen solchen Tab bekommt man für unter €10,-.

Langbogenschützen verwenden stattdessen meist spezielle Schießhandschuhe aus Leder, die oft nur die Finger schützen, die mit der Sehne in Kontakt kommen. Klassische Schützen, die über den Handrücken schießen, verwenden meist auch einen Handschuh an der Bogenhand, um sich vor schmerzhaften Schnitten, verursacht durch die über den Handrücken gleitenden Federn zu schützen.

Armschutz

Ein Armschutz schützt den Arm vor schmerzhaften Berührungen mit der zurückschnellenden Sehne, die ansehnliche Prellungen verursachen kann. Auch hier gibt es unterschiedliche Ausführungen, vom selbst hergestellten Armschutz aus Leder mit Verschnürung, bis zum kleinen Kunststoffstreifen für den Unterarm mit Magnetverschluß. Für den Anfänger ist ein Armschutz, der Unter- und Oberarm schützt, am besten geeignet. Klettverschlüsse oder Häkchen vereinfachen das Anlegen ohne Helfer.

Streifschutz

Ein Streifschutz schütz nicht nur bei Frauen den Oberkörper. Er sorgt dafür, dass die Sehne nicht von der Kleidung abgelenkt wird und schont dabei auch die Kleidung.

Pfeile

Ein häufiger Fehler bei Anfängern ist, zu wenige Pfeile zu besitzen. Oft kauft man einen Satz von sechs Pfeilen und wundert sich, dass nach wenigen Schießeinsätzen nur noch die Hälfte übrig ist. Insbesondere, wenn zu großer Ehrgeiz danach verlangt, auf Entfernungen zu schießen, die man noch gar nicht beherrscht, verschwinden eure Pfeile schneller als Ihr glaubt.

 

Macht Euch bewusst, dass es beim Bogenschießen darum geht, Pfeile in ein Ziel zu bringen.

 

Heutzutage werden von Recurvebogenschützen hauptsächlich Carbonpfeile verwendet.  Vereinzelt wird noch mit Alupfeilen geschossen, da diese etwas widerstandsfähiger sind.

 

Langbogenschützen nutzen auch gerne Holzpfeile, welche natürlich besser zum Ambiente passen. Allerdings kann ein Holzpfeil, der eine Nacht im feuchten Gras gelegen hat, schon deutlich geschädigt sein.

 

Abraten möchten wir von Fiberglaspfeilen (= Kinderspielzeug). 

Köcher

Um die Pfeile leicht zugänglich griffbereit zu haben, empfiehlt sich die Anschaffung eines Köchers. Hier unterscheidet man im Wesentlichen zwischen Rücken- und Seitenköchern. Aus Seitenköchern, die am Gürtel eingehängt werden, kann man die Pfeile deutlich bequemer herausnehmen als aus Rückenköchern. Mit Rückenköchern ist man aber beweglicher, insbesondere, wenn man auf einem Parcour unterwegs ist. Eine Sonderform sind Bogen- oder Anbauköcher. Das sind Pfeilhalter, die am Bogen angebracht sind. Ein Bogenköcher beeinflusst aber die Schießeigenschaften eines Bogens.

Nützliches Zubehör

Spannschnur

Die Spannschnur ist ein Hilfsmittel, mit dem Bögen gespannt werden können, ohne die Wurfarme zu verdrehen. Das dauert zwar ein paar Sekunden länger, als z.B. die Durchschrittmethode, ist aber für den Bogen und den Schützen die schonendere Methode. Wir zeigen Euch gerne wie es geht.

Pfeilzieher

Ein sehr nützliches Werkzeug um festsitzende Pfeile aus Scheiben herauszuziehen. Bei dünnen Pfeilen und starken Bögen kommt man irgendwann nicht mehr darum herum, einen Pfeilziehr zu besitzen. 

Hüllen, Rucksäcke, Koffer

Zum Schutz und für den sicheren Transport eines Langbogens empfiehlt sich eine Hülle aus Stoff, Leder oder Kunststoff. Die kann man selber schneidern oder im Handel kaufen. Für zerlegbare Recurvebögen gibt es spezielle Rucksäcke und Koffer, in denen auch Pfeile verstaut werden können.

Sehnenmaßstab

Mit dem Sehnenmaßstab, auch Checker genannt, ermittelt man die sogenannte Standhöhe des Bogens. Die Standhöhe ist der Abstand zwischen der Bogensehne und dem Bogengriff an seiner tiefsten Stelle gemessen.

Der Checker ist auch hilfreich, um den Nockpunkt an der Sehne festzulegen. Einsteiger benötigen dieses Werkzeug zunächst nicht, lieber mal beim Verein nachfragen.

Für erfahrene Schützen ist es jedoch unerlässlich, regelmäßig zu prüfen, ob die Standhöhe korrekt eingestellt ist. Darüber hinaus kann man mit dem Sehnenmaßstab den Tiller des Bogens überprüfen, aber das ist dann etwas für Experten.

 

Zusammenfassung

Ausrüstung Anmerkung  
Fingerschutz

Schießhandschuh oder Fingertab

muss
Armschutz   muss
Sttreifschutz   sinnvoll
Pfeile   muss
Köcher   sinnvoll
Spannschnur   sinnvoll
Pfeilziehhilfe   nützlich

 

Logo TSV Bogenschuetzen

Trainingszeiten

Sonntags ab 10:00 Uhr

(Dienstagnachmittag nach Absprache)

 

 

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