Workshop Holzpfeile bauen, Teil 2: Nocken und Spitzen

Im zweiten Teil meines Workshops geht es um die beiden Enden des Pfeils, die Nocken und Spitzen.

Nocken

Nocken werden auf das Ende des Schaftes geklebt, der dazu konisch angespitzt wird. Im Fachjargon heißt das dann "tapern". Ein Tapertool ist im Grunde nichts anderes als ein etwas überdimensionierter Spitzer. Wenn Ihr Euch eins anschaffen möchtet, achtet darauf, dass das Tapertool zum gewählten Schaftdurchmesser passt. Als Kleber kommen Zwei-Komponenten, Sekunden oder auch Heißkleber infrage. Nocken sind in der Regel aus Kunststoff. Die Firma Tophat bietet inzwischen auch Präzisionsnocken aus Alu an. Der Durchmesser der Nocken muss auf den Schaft abgestimmt sein (z.b. 5/16“ oder 11/32“).

 

Wichtig ist, die Nocken senkrecht zur Maserung des Pfeils anzubringen. Kunststoffnocken haben i.d.R. auf der dem Bogen abgewandten Seite, auf der sich auch die Leitfeder befindet, eine Erhebung an der die richtige Position des Pfeils beim Aufnocken auf die Sehne auch ohne hinzusehen erkannt werden kann.

 

Eine traditionelle Form ist der Selfnock. Dabei wird senkrecht zur Maserung der Schaft eingekerbt, um mit dem entstehenden Schlitz die Sehne aufzunehmen. Hierbei wird der Schaft beim Schuss wesentlich stärker beansprucht. Um zu vermeiden, dass der Schaft durch die Kraftwirkung der Sehne mit der Zeit aufgespaltet wird, wird oft eine Wicklung unter der Selfnock angebracht, die den Schaft hier verstärken soll.

 

Gleich, welche Nock zum Einsatz kommt, er muss so auf die Sehne abgestimmt sein, dass ein eingehängter Pfeil sich zwar beim Schuß leicht löst, aber nicht von selbst herausfällt.

Pfeilspitzen

Spitzenformen

Im Wesentlichen gibt es drei moderne Formen: Bullet, Feld und 3-D. Die einzelnen Formen dürften wenig Vor- oder Nachteile haben. Vielmehr ist der Geschmack des Besitzers ausschlaggebend. Lediglich die sog. 3-D Spitze wurde speziell für 3-D Targets entwickelt, um diese möglichst wenig zu beschädigen.


Die Abbildung zeigt von oben nach unten gesehen eine Feld-, Bullet-, 3-D-  und eine Triangel-Spitze. Das Gewicht der Spitzen ist wichtig für die Balance des Pfeils. Das Gewicht wird in Grain gemessen (siehe Teil 1). Als Material wird Nickel-Stahl, brünierter Stahl, Edelstahl oder Messing verwendet.

 

Darüberhinaus gibt es noch eine Vielzahl von mittelalterlichen Spitzenformen, für die Übung, die Jagd und den Krieg.

Montage

Prinzipiell unterscheidet man zuerst zwischen Klebe- und Schraubspitzen. Die meisten Modelle müssen angespitzt werden. Klebespitzen sind billiger, haben aber den Nachteil, dass sie sehr leicht hinter der Spitze brechen. Das versucht Bearpaw mit einer eigenen parallelen Spitze zu vermeiden. Bei Schraubspitzen gibt es ein System, das eine parallele Bohrung aufweist. Damit ist gewährleistet, dass die Spitze immer zentrisch am Schaft sitzt. Eine andere Variante ist die konische Schraubspitze. Hier wird der Schaft auch angespitzt, dann aber auf die Spitze aufgeschraubt.

Verschiedene Hersteller bieten unterschiedliche Montagehilfen an, wie z.B. Schaftformern für Akkuschrauber, Tapertools (Anspitzer) und Gewindeschneider und spezielle Montagezangen.

In der nächsten Folge schauen wir uns dann die Befiederung an.


Bis dahin viel Spaß beim trainieren.


Euer Bogenspecht

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